Kontakt:
Arbeitsgemeinschaft Thüringer Wasserkraftwerke e.V.

im Saalekraftwerk Jena-Burgau
Karl Schmidt (Präsident)
Göschwitzer Str. 10
07745 Jena
Tel.: (06691) 212 11
Fax: (06691) 239 98
Email: k.schmidt@saalekraftwerke.de

In Thüringen wurde erst nach der Wiedervereinigung und mit dem Stromeinspeisegesetz die Reaktivierung und Sanierung kleiner und mittlerer Wasserkraftwerke möglich.

Um deren Bestand zu sichern und um Einfluss auf die politische Willensbildung nehmen zu können wurde 1991 die Arbeitsgemeinschaft Thüringer Wasserkraftwerke e.V. (ATW) durch engagierte Wasserkraftbetreiber gegründet.

Zur Zeit hat die Arbeitsgemeinschaft 75 Mitglieder.

Die Wasserkraft  in Thüringen gehört seit mehr als 1100 Jahren zu den ältesten Energiequellen im Land und hat eine lange Tradition. Die erste urkundlich erwähnte Wassermühle in Ammern an der Unstrut datiert auf das Jahr 893. Im Jahre 1258 wurde die Fernmühle am Oberlauf der Saale in Zusammenhang mit der der Langholzflößerei erstmals erwähnt. In der Blütezeit der Wasserkraftnutzung 1850 - 1900 waren nachweislich 3200 Wasserkraftanlagen an 375 Flüssen und Bachläufen registriert. Es gab Getreide- und Sägemühlen, Senf- und Gewürzmühlen, Papier und Pulvermühlen.

Zur Zeit arbeiten in Thüringen ca. 180 Wasserkraftanlagen. Im Jahre 1900 waren es noch mehr als 900 betriebende Anlagen. Die erste Stromerzeugung gab es 1880 in der Mühle in Mihla an der Werra. An der Saale in der Mühle in Jena-Burgau Stromproduktion seit 1886.

Die Firma Carl Zeiss kaufte bereits 1909 die ehemalige Mühle und Holzstofffabrik in Jena-Burgau um hier ein neues größeres Wasserkraftwerk zu errichten und den höheren Energiebedarf des Zeiss-Werkes zu decken. In der Zeit von 1880 – 1909 hatte sich die Belegschaft verdreißigfacht.  Eine eigene Planungsabteilung mit Prof. Strobel war mit dem Bau von Wasserkraftwerken und Stauseen an der Saale beschäftigt.

Im Jahre 1919 wurde im Auftrag der Firma Carl Zeiss Jena mit dem Bau eines Spitzenlastkraftwerkes begonnen. Es sollte zukünftig die Versorgung der Jena Werke mit Strom sicherstellen. Erstmals kamen in Deutschland schnell laufende Wasserturbinen zum Einsatz. Die Maschinensätze sind bis heute betriebsfähig. Das Laufwasserkraftwerk Wisenta liefert zuerst über eine 10 KV - Freileitung Strom in das Netz der Kraftwerk - Sachsen Thüringen AG. Später über eine 50 KV Trasse nach Jena. Die Doppelleitung erstreckte sich über 35 km und es war die erste Leitung dieser Art in Ost–Thüringen und transportierte den erzeugten Strom aus dem oberen Saaletal, von den Wasserkraftwerken Wisenta, Ziegenrück und dem Conrod-Kraftwerk nach Jena.

Nach einer Studie des Wirtschschaftsministeriums aus dem Jahr 1992 könnte das Leistungspotenzial in Thüringen von derzeit rund 30 MW auf 60 MW ausgebaut werden.

Neben der allgemeinen Interessenvertretung und Hilfe bei den täglichen Problemen versteht sich die ATW vor allem auch in Hinblick auf die genehmigungsrechtlichen Schwierigkeiten als Unterstützung für Ihre Mitglieder. Die ATW fordert, dass der Entwicklung des ökologischen Energieträgers Wasserkraft in Thüringen mehr Bedeutung beigemessen wird.

Von dem Engagement profitieren nicht nur eingetragenen Mitglieder, sondern auch andere   Anlagenbetreiber und Interessenten, die eine Wasserkraftanlage reaktivieren oder neu bauen wollen.

Die Arbeitsgemeinschaft Thüringer Wasserkraftwerke sieht sich auch als Bindeglied zwischen den Wasserkraftbetreibern und der Thüringer Landesregierung mit den verantwortlichen Ministerien.

Im Bundesverband der Wasserkraftwerke (BDW) ist der Vorstand des ATW aktiv, um auch dort die Anliegen der Mitglieder anzusprechen. Mit den anderen Landesverbänden werden die verschiedensten Probleme erörtert, um dann gemeinsam Lösungen zu finden, die der BDW gegenüber den Landesregierungen oder der Bundesregierung vertritt.