Pressespiegel

27.02.2014

"Wasserkraft hat noch Potenzial"


Berlin (e21.info) - Die Betreiber der deutschen Wasserkraftwerke klagen über die geringe Wertschätzung ihrer Branche durch die Politik. "Es ist schade, dass das Bundeswirtschaftsministerium das Potenzial der Wasserkraft so schlecht darstellt", sagte der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Wasserkraftwerke (BDW), Hans-Peter Lang, bei einer Veranstaltung in Berlin. Er reagierte damit auf eine Äußerung von Wirtschaftsstaatssekretär Rainer Baake, der der Wasserkraft genauso wie der Bioenergie im künftigen Energiemarkt nur geringe Entwicklungsspielräume zusprach (e21.info berichtete). BDW-Präsident Lang kritisierte, dass die Politik mit dem engen Fokus auf Steigerungsraten die Wertigkeit der anderen Technologien außer Acht lasse. So sei die Wasserkraft genauso wie die Bioenergie speicherbar und könne so für einen Ausgleich der schwankenden Wind- und Solarenergie liefern, die Baake zu den "Pfeilern der Energiewende" erklärte.

Zugleich betonte Lang, dass die Wasserkraft noch zulegen kann. "Vor allem in den Mittelgebirgslagen gibt es noch reichlich Potenzial", sagte er. So gebe es in Bayern rund 20.000 Staustufen an Flüssen und Bächen, von diesen würden aber nur 4.000 energetisch genutzt. Die Politik müsse zudem zur Kenntnis nehmen, dass es die Wasserkraft schon seit 100 Jahren gebe. Daher könne sie nicht mit den gleichen Zubauraten aufwarten wie die jungen Technologien der Wind- und Solarenergie. Gehemmt werde der Ausbau der Wasserkraft durch ökologische Auflagen der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Um diesen zu genügen, seien hohe Investitionen erforderlich. Dafür fordert die Wasserkraftbranche einen finanziellen Ausgleich. Sonst komme es in den nächsten Jahren zu einem "schleichenden Sterben der Wasserkraft", warnte BDW-Präsident Land. Sein Verband vertritt nach eigenen Angaben die Interessen von neun Landesverbänden mit 1.900 Einzelmitgliedern. /cs


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